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Kriegerdenkmäler in Bayern  Kriegerdenkmäler in Deutschland

Kriegerdenkmäler
in Ebersberg

Denkmal an der FriedenseicheDenkmal MariensäuleDenkmal im Stadtgarten
Ehrenmal neuer FriedhofHeldenallee

Ehrenmal für die Gefallenen
des 1. und 2. Weltkrieges
im neuen Friedhof

Am 14. Mai 2004 erfolgte nach 3-jähriger Vorbereitungszeit der Planung sowie der Bau- und Renovierungsarbeiten die Weihe des neu renovierten Ebersberger Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege im neuen Friedhof statt.

Bei der Jahreshauptversammlung der SKK Ebersberg am 21. Januar 2001 stellte der Ebersberger Kunstschmiedemeister Manfred Bergmeister das von ihm entworfene Modell des neu zu gestalteten Ehrenmales vor. Der Entwurf wurde gebilligt und die Ausführung beschlossen. Finanziert wurde die Renovierung und Neugestaltung durch die SKK Ebersberg und der Reisegruppe Ebersberg des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Die Arbeiten wurden von der Kunstschmiede Bergmeister und dem Steinmetzbetrieb Anton Baumann ausgeführt. Das Bronzekreuz wurde von Kunstschmiedemeister Manfred Bergmeister gestiftet Die Gesamtkosten der Renovierung betrugen über 18 500 Euro.
Im Rahmen zur 50-Jahrfeier zur Stadterhebung Ebersbergs fand eine würdevoll gestaltete Feier  am 14. Mai 2004 statt, die mit einem Standkonzert am Marienplatz. begann. Es spielte das Luftwaffenmusikkorps 1 der Bundeswehr unter der Leitung von Oberstleutnant Hans Orterer und der Ebersberger Spielmannszug unter Leitung von Siegfried Betz.
Um 18.45 Uhr trafen sich
die Fahnenabordnungen der Vereine und die Bevölkerung  am Eingangstor zum Neuen Friedhof. Im geschlossenen Marsch mit den Klängen des Luftwaffenmusikkorps I der Bundeswehr wurde zum Ehrenmal marschiert. die während den Feierlichkeiten am Ehrenmal die musikalische Umrahmung des Festaktes.
Um 19.00 Uhr begannen die
Einweihungsfeierlichkeiten am Ehrenmal im Neuen Friedhof.
Die Bevölkerung, die Fahnenabordnungen und Vertreter der Vereine wurden von dem
1. Bürgermeister der Stadt Ebersberg Walter Brilmayer begrüßt. In seiner Ansprache bedankte sich das Stadtoberhaupt bei der der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg für die Federführung bei der Renovierung und Neugestaltung des Ehrenmales für die Gefallenen beider Weltkriege. Sein besonderer Dank galt allen Spendern, die es ermöglicht hatten, dass ohne ein Zuschuss der Stadt Ebersberg das Ehrenmal renoviert werden konnte.
Die Weihe
des Ehrenmales erfolgte durch den katholischen Stadtpfarrer Josef Riedl und den evangelischen Pfarrer Wolfgang Ludwig, während die Glocken der Stadtpfarrkirche läuteten.
Danach folgte die Totenehrung
mit Kranzniederlegung durch 1. Bürgermeister Walter Brilmayer und 1. Vorsitzenden der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg Peter Fleischer.
Zum Musikstück
„Ich hatt einen Kameraden“  schossen die Böllerschützen einen Ehrensalut. Zum Ausklang folgte die Bayernhymne und das Deutschlandlied.

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Mariensäule
Denkmal der Kriegsteilnehmer 1866 & 1870/71





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Den Mittelpunkt des Marienplatzes von Ebersberg bildet seit dem Jahre 1785 die Mariensäule, die letztmals im Jahre 1992 restauriert wurde. die Schrift im unteren Sockelbereich nimmt Bezug auf die Erbauung des Vorgänger. Obelisken, der beim Neubau der Säule im Jahre 1913, abgetragen wurde. Dabei heißt es: ERRICHTET VON SEINER EXZELLENZ FREIHERN VON FLACHSLANDEN MALTESER ORDENS GESANDTER UND STATTHALTER DES BAIERISCHEN GROISPRIORATS AO: 1985". Auf der alten Abbildung ist zu erkennen, dass früher noch ein zweiter dazugehöriger Rotmarmorstein in die Säule eingelassen war, der aber bei neuen Denkmal keine Verwendung mehr fand. Darauf stand zu lesen: "DEN IETZ LEBENDEN UND IN ZUKUNFT ZUM TRÖSTLICHEN WIDERSTAND IN FEUERS NÖTHEN ZU ERHALTUNG DER ORTSREINLICHKEIT UND ZUM NUTZLICHEN GEBRAUCH DEN GESCHÄZTEN UNTERTHANEN DER HERSCHAFT EBERSBERG. Dieser Schriftstein fand sich vor Jahren im Untergeschoss des Rathauses bei Umzug der Feuerwehr wieder. Beide Schrifttafeln waren also einst im Sockel des alten Obelisken am Marienplatz eingelassen. Sie erinnerten an die von den Maltesern im Jahre 1785 erbaute Wasserleitung, die nicht nur allein der besseren Trinkwasserversorgung des Marktes, sondern vor allem zum Löschen von Bränden dienen sollte.
Vom Veteranen und Kriegerverein Ebersberg wurde an dem Obelisken eine Gedenktafel zum ehrenden Gedenken der Kriegsteilnehmer 1866 & 1870/71 angebracht. Darauf sind alle Kriegsteilnehmer, Gefallene und Verwundete aufgeführt.
(Auszugsweise entnommen aus Band I "G`schichten aus Ebersberg" von Markus Krammer)


Denkmal
an der
Friedenseiche
1870 / 1871



Zum Gedenken an die Kapitulation Sedans und die Gefangennahme des Kaisers Napoleon III. fanden am 2. September im ganzen Reich so genannte „Sedansfeiern“ statt.  Am 3. September 1871 wurde in Ebersberg ein „Friedens und Siegesfest“ mit Feldmesse an der Mariensäule gefeiert.
Kurz nach Kriegsende, am 18. Juni 1871, kam es im Markt Ebersberg zur Gründung des Veteranenvereins. Bezirksfeldwebel Dasio fungierte dabei als erster Vorstand. Anlässlich des Friedensschlusses mobilisierte der Ebersberger Schullehrer Josef Schwab seine Schulkinder und pflanzte mit ihnen eine Eiche, die heute als Friedenseiche bekannt ist und uns mit ihrem stattlichen Umfang von 3,70 Meter anschaulich an die damaligen Ereignisse erinnert. Zudem gibt es heute einem ganzen Stadtteil diesem Namen.
Kurz nach Kriegsende ließ der Veteranenverein Ebersberg in Verbindung mit der Marktgemeinde am unteren Marienplatz (im Bereich der ehemaligen Pferdeschwemme, des nunmehr aufgefüllten Halsgrabens der alten Ebersberger Burg) ein Kriegerdenkmal errichten. Auf der Form eines Obelisken gestaltet, mit gestaffeltem Sockel und einer Kanonenkugel bekröntem Denkmal waren der Name des einzigen Gefallenen Jakob Kreckl sowie die Namen von sieben verwundeten und 45 Kriegsteilnehmer eingemeißelt.
Im Jahre 1912 wurde dieses Denkmal an die Straßenabzweigung Eberhard- und Ulrichstraße beim Gasthaus Eber am Berg versetzt. 1925 verlegte man die Steinsäule zur Friedenseiche, wo das Original bis zum Jahre 1979 stand. Das erste Ebersberger Kriegerdenkmal ist dort von zwei Lindenbäumen eingerahmt. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg mit dem damaligen 1. Vorstand Karl Fischhaber ließ den Obelisk von Steinmetz Adolf Gottlieb in der ursprünglichen Form erneuern, da der alte Stein stark verwittert war. Am 11. Juli 1979, anlässlich der 25-Jahrfeier der Stadterhebung Ebersberg, wurde in Anwesenheit der Ebersberger Vereine, sowie unter zahlreicher Beteiligung der Ebersberger Bürger das neu renovierte Denkmal geweiht. (Auszug aus Band I „G´schichtn aus Ebersberg von Markus Krammer).
Im Laufe der Jahre verwitterte die Schrift am Denkmal bis zur Unleserlichkeit. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg ließ daraufhin im Jahre 2004, dem 50. Jahr zur Stadterhebung Ebersberg, vom Ebersberger Steinmetz Anton Baumann die Schriftzüge erneuern Die Finanzierung erfolgte aus eigenen Mitteln der Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg.
Nun erstrahlt das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des Krieges 1870/71 wieder in neuen Glanz.
Als Mahnmal soll und muss dieses Denkmal an die nachfolgenden Generationen an die Vergangenheit erinnern und zum Frieden mahnen.

Foto rechts: aus Ebersberg in alten Ansichten von Markus Krammer bei der Verlegung 1912 zum Gasthaus "Eber am Berg".

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Denkmal im Stadtgarten
Weltkrieg 1939 / 1945

Am 25. Juni 1922 fand unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung die Enthüllung und Einweihung des Kriegerdenkmales für die Gefallenen des ersten Weltkrieges statt. Steinmetzmeister Josef Maier hatte dieses Kunstwerk geschaffen. Modelliert und ausgeführt aus Kehlheimer Kalkstein, zeigt auf dem Sockel den heiligen Georg. Auf der Vorderseite des Sockels sind zu beiden Seiten der Patrona Bavariae das bayerische Rautenwappen und das Wappen der Marktgemeinde Ebersberg, der Eber auf dem aufsteigenden Dreiberg, dargestellt.
Zuerst wurde an der Mariensäule durch Kooperator Weigl ein Feldgottesdienst abgehalten, dann bewegte sich der Festzug zum Denkmal am Bahnhof. Die Weihe vollzog Pfarrer Martin Guggetzer. Als Festredner trat der Bürgermeister Josef Müller auf.
Im Zuge des Straßenbaues musste dieses Denkmal weichen. Es steht jetzt im Stadtgarten am Kirchenvorplatz von St. Sebastian und dient als Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege.

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Heldenallee zum Aussichtsturm
zur Erinnerung
an die Gefallenen des 1. Weltkrieges

In den Jahren 1929 bis 1937 wurden die Linden gepflanzt und mit einem entsprechenden Namensschild versehen.
Die Tafeln sind an der Heldenallee,
entlang des Fußweges vom Klostersee zum Aussichtsturm an den dortigen Bäumen angebracht.
84 Tafeln sind es, die an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnern. Im Ehrenbuch der Stadt Ebersberg ist für jeden der 84 Ebersberger eine Seite gewidmet. Helden-Urkunde wird diese Eintragung überschrieben und danach sind der jeweilige Name und das Geburtsdatum aufgeführt und daran erinnert, „er starb den Heldentod fürs Vaterland im Weltkriege 1914-1918“. Soweit bekannt steht danach, bei welcher Truppe er war, welche Schlachten und Gefechte er mitmachen musste und wann und wo er gefallen ist. Zum Abschluss heißt es noch „Er liegt begraben“ und „Ehre seinem Andenken“. All diese Daten wurden nun neu erfasst und katalogisiert. Mit dem Kreisheimatpfleger Markus Kramer wurden die Daten überprüft und mit seinen Unterlagen ergänzt.
Namensliste aller 84 Gefallenen Info über Heldenalle in Wikipedia
Die voll verzinkten Tafeln wurden zuletzt im Jahre 1999 von dem Malermeister Josef Heilbrunner erneuert. Weiße Grundlackierung und ein grün bemaltes Dach lassen die Namensschilder in neuen Glanz erstrahlen. Mit hochwertigen Klebebuchstaben wurde die Schrift aufgeklebt und ist weit länger haltbar, als herkömmliche Bemalung.
Eine Aufgabe und Verpflichtung ist es unserer Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg, dass wir nach Ende des 1. Weltkrieges, noch an unsere Gefallen Ebersberger Bürger denken. Die Worte „Ehre seinem Andenken“ sollen und dürfen keine leeren Worte sein. Unsere Kameradschaft zeigt durch diese Erneuerungsaktion im Jahre 1999, was wir uns darunter vorstellen. Wir werden unsere gefallenen Kameraden nicht vergessen. Jährlich werden die Tafeln gereinigt und ggf. ausgebessert.

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Die Heldenallee, ein Mahnmal für den Frieden!
von Kreisheimatpfleger Markus Krammer
erstellt zur Renovierung der Tafeln an der Heldenallee im Jahre 1999
für die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg

Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Ebersberg hat auf Initiative von Peter Fleischer und der Vorstandschaft des Vereins im heurigen Jahr die Gedenkschilder an den Lindenbäumen der Heldenallee restaurieren lassen, da diese zum Teil beschädigt waren und bei einigen auch textliche Änderungen vorgenommen werden mussten. Im Auftrag des Vereins, der seine Aufgabe unter anderem auch darin sieht, sich für die Erhaltung dieser in ganz Bayern einmaligen Totenallee einzusetzen, fertigte Malermeister Josef Heilbrunner neue Schriftfolien, die auf die 84, vorher sandbestrahlten Metalltafeln aufgeklebt wurden. Entlang des Fußweges vom Klostersee zum Aussichtsturm hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein in den Jahren 1929 bis 1935 für jeden Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus dem Gemeindebereich Ebersberg einen Lindenbaum gepflanzt, an dessen Stamm das entsprechende Namensschild befestigt ist. Beginnend mit dem südlichsten Baum oberhalb des Klostersees, der dem ersten Gefallenen der Gemeinde, namens Josef Bauer (gest. am 10.08.1914) gewidmet ist, zieht sich die Totenallee chronologisch geordnet nach den Sterbedaten der einzelnen Soldaten die Ludwigshöhe hinauf bis zum Aussichtsturm. Ganze 84 Bäume erinnern mit ihrer Beschilderung an die Grausamkeit des Krieges und stellen heute eindringliche Mahnmale dafür dar, dass wir nicht aufhören dürfen, uns trotz aller Rückschläge immer wieder mit aller Kraft für den Frieden einzusetzen. Im Frühjahr 1929 also beschloss der Verkehrs- und Verschönerungsverein Ebersberg, zusätzlich zu dem durch Steinmetzmeister Josef Maier geschaffenen und im Jahre 1922 fertig gestellten Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße, für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus dem Gemeindebereich eine sog. Heldenallee anzulegen. Dank des Entgegenkommens der Grundbesitzer konnten im gleichen Jahr bereits dreißig Lindenbäume gepflanzt und mit entsprechenden Namensschildern versehen werden. Malermeister und Bürgermeister Otto Meyer übernahm dabei kostenlos die Beschriftung der ersten, von Steinmetzmeister Josef Maier entworfenen Gedächtnistafeln. Durch hohes Spendenaufkommen konnte der Verein von den zu zahlenden zwanzig Mark für jeden Baum die Hälfte der Kosten übernehmen. Zehn Mark mussten die Angehörigen des Gefallenen beitragen, soweit es ihnen überhaupt möglich war. Bis zum Jahre 1935 herauf dauerte es, bis die Heldenallee fertig gestellt und der letzte Baum für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gepflanzt war. Ganze 85 Jahre ist es nun her, als in den „Amtlichen Bekanntmachungen für den Amtsbezirk Ebersberg“ die „Verhängung des Kriegszustands über das Königreich Bayern im Namen Seiner Majestät, des Königs“ verkündet wurde. Am 1. August 1914 traf abends um sieben Uhr im Rathaus Ebersberg ein Telegramm ein, dem zu entnehmen war, dass der deutsche Kaiser um 7 Uhr abends an Rußland den Krieg erklärt und Mobilmachung befohlen hatte. Als erster Mobilmachungstag war der 2. August 1914 festgesetzt. Schon zwei Tage später ging vom Ebersberger Bahnhof der erste Transportzug mit eingezogenen Soldaten ab. Mit Tränen in den Augen wurden die jungen Ebersberger von ihren Angehörigen verabschiedet. Pfarrer Guggetzer schreibt, dass eine „riesige Kriegsbegeisterung“ eingesetzt hat. Er ist „fast täglich beim Abmarsch der blumengeschmückten Soldaten am Bahnhof und betrachtet die mutwilligen Aufschriften, die siegessicher an den Wägen stehen: Nach Paris! / Auf Wiedersehen zu Weihnacht“. „Die meisten“, so fährt der Chronist fort, „gehen frohgemut (scheinbar) und siegessicher, manche aber auch recht schwer... Ein Sohn des Bräumeisters läuft ohne Abschied zur Station Grafing, wo ihn der Vater noch einholt. Ein anderer geht nach Kirchseeon, da ihn der Abschied zu Hause zu schwer fällt“. Am Feiertag Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, traf bei der Schuhmachermeister-Witwe Pronberger telegraphisch die Meldung ein, daß ihr Pflegesohn, der Schuhmacher Josef Bauer am 10. August im Kriegslazarett in Saarburg an den folgen eines Hitzschlages gestorben war. Der 25 Jahre alte Soldat war damit das erste Kriegsopfer, das Ebersberg zu beklagen hatte. Im Laufe der Jahre aber wurden die Verlustlisten immer umfangreicher und noch viele Ebersberger mussten in diesem sinnlosen Völkermorden ihre Leben lassen. Um die Verbindung der an den verschiedenen Fronten eingesetzten Soldaten mit der Heimat besonders zu dokumentieren, hatte das Kriegsministerium die Woche vom 19. bis 26. Oktober 1914 für die im Feld stehenden Soldaten zur „Paketwoche“ erklärt. Die Heimatgemeinden konnten innerhalb dieser Zeit Pakete bis zu zehn Pfund Gewicht für ihre Angehörigen an die Front schicken. Auch in Ebersberg tat sich ein Kreis von Frauen und Männern zusammen, um eine Sammelstelle für Soldatenpakete einzurichten. In einer ersten Sendung konnten an die damals 111 Ebersberger Soldaten Pakete im Wert von je 11 Mark abgesandt werden. Ganz obenauf legte man in jede Kiste einen Zettel mit dem Aufdruck: „Diese Sendung stammt aus Ebersberg, Eurer Heimat, wo man in Dankbarkeit Euer gedenkt. Möge Glück und Segen Euer Begleiter sein! Auf recht fröhliches Wiedersehen!“ Ein ganzes Fuhrwerk voller Pakete war es, das man zum Versand auf den Bahnhof brachte. Unter den 84 Lindenbäumen mit den entsprechenden Gedenktafeln erinnert eine davon an Joseph Huber, den Sohn des Ebersberger Metzgermeisters und Gastwirtes gleichen Namens, der das gut gehende Wirtshaus „Zum Hölzerbräu“ betrieb. Joseph Huber ging von 1901 bis 1905 bei seinem Vater in die Lehre und verbrachte als Metzgergeselle von 1906 bis 1914 die Jahre im elterlichen Anwesen. Ab 1914 leitete er selbst das Geschäft. Bereits am 1. August 1914 wurde Joseph Huber nach München, zum 1. Res. Fuß-Art. Rog., 3. Batterie eingezogen. Als er von zu Hause Abschied nahm, lag sein Vater auf dem Sterbebett. In St. Johann im Elsaß erlebte Joseph Huber das erste größere Gefecht an der französischen Front. Aus der Gegend um Arras schreibt er im Dezember 1914 an die Sammelstelle und bedankt sich für die Sendung aus der Heimat. Weiter fügt er hinzu: „Sollte es Gottes Wille sein, daß wir uns in unserem geliebten Ebersberg wiedersehen, werde ich es nicht versäumen, meinen schuldigen Dank persönlich abzustatten“. Über das Weihnachtspaket freut sich Huber besonders und drückt die Hoffnung "„auf ein gesundes Wiedersehen in der Heimat" aus. Joseph Huber aber konnte nicht mehr nach Hause zurückkehren, denn, wie ein Feldwebel seiner Einheit ein halbes Jahr später an die Angehörigen schreibt, fiel er am 6. Juni 1915 im Alter von 26 Jahren als Geschützführer in den Artilleriekämpfen bei Arras auf der Ymy-Höhe. Es „hat der Gegner unsere Batterie mit einem Hagel von Geschossen überschüttet, und gerade am Geschütz beschäftigt, wurde Huber von einem Granatsplitter am Kopf tödlich getroffen“. Einen Tag darauf begrub man ihn im Friedhof von Plouvain. Als die Todesnachricht zu Hause eintraf, lag der zweitälteste Sohn der Familie, Franz Huber, der kurz vorher an den Folgen einer Operation gestorben war, im Leichenhaus aufgebahrt. Aus der am 22. Juni 1915 im Ebersberger Anzeiger abgedruckten Danksagung ist das unsagbare Leid der schwergeprüften Mutter und Gastwirtswitwe Wally Huber deutlich herauszulesen, wenn sie schreibt: Es ist mir ein dringendes Herzensbedürfnis, allen denen zu danken, die mir bei dem allzu frühen Tode meiner beiden unvergesslichen Söhne Franz und Joseph ihre innige Teilnahme in so reichem Maße bekundeten und meinen Schmerz zu lindern suchten ... Als der Herr und Lenker der Schlachten den ehrenvollen Tod meines ältesten Sohnes Joseph forderte, als daheim sein Bruder im Sterben lag, war mir das herzliche Beileid von Verwandten, Freunden und Bekannten aus Nah und Fern abermals ein großer Trost“.

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